... die Telekommunikation - Blindenverband ASZ

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Informationen rund um...

Sehr geehrte Damen und Herren,
sicher haben Sie auch viele Mitglieder, die sich ein einfach zu bedienendes Mobiltelefon mit einer Tastatur wünschen. Der französische Hersteller Kapsys hat nun genau so ein Mobiltelefon entwickelt und wir können dieses neue Produkt ab August bereits liefern!
Vielen unserer Kunden ist noch das Nokia C5, das mit Talks genutzt werden konnte, ein Begriff. Das Minivision hat ungefähr die Größe des Nokia C5 und die Tastatur ist im Wesentlichen auch genau so aufgebaut. Folgende Funktionen stehen zur Verfügung:
Telefon, Kontakte und Nachrichten, Wecker, Kalender, FM-Radio, Farberkennung, Taschenrechner, SOS, Kamera hinten, Klingeltöne und Vibrationsfunktion
Zur Einführung des Produktes bieten wir das Minivision bis zum 30. September 2018 abweichend vom empfohlenen Verkaufspreis von 439,00 Euro für 409,00 Euro inklusive Versandkosten an. Weitere Rabatte für Inhaber der DBSV-Karte können zusätzlich nicht gewährt werden.
Wir haben Ihnen den Prospekt des Minivision von Kapsys in der Anlage beigefügt, sodass Sie sich im Detail über das Produkt informieren können. Wenn Sie oder Ihre Mitglieder Fragen zu dem Produkt haben, können Sie uns gern kontaktieren. Als Hilfsmittellieferant mit 23 Jahren Erfahrung beraten wir Sie gern.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Jaklin – Geschäftsführer (CEO)
Rechtsanwalt und Mediator in Wirtschaftsangelegenheiten
Leiter Vertrieb - technischer Leiter
JAWS Certified – Orcam Certified – Medizinprodukteberater – Tonmeister VDT
IPD Infosystem Produktion and Distribution GmbH
Bemeroder Straße 71
30559 Hannover
Tel.: +49 511 936309-0
         0800 3623513 kostenfrei aus dem deutschen Festnetz
         0180 2473473 (6 ct je Anruf)
Fax:  +49 511 93630919
telef. Sprechzeiten:
Mo-Do 8:30-12:00Uhr u. 13:30-16:30Uhr
     Fr 8:00-12:00Uhr u. 13:30-16:00Uhr
Email: post@ipd.gmbh
Homepage: www.ipd.gmbh
HRB 55299, AG Hannover
WEEE-Reg.-Nr. DE 58714249
Hilfsmittellieferant der Krankenkassen
IK 590 320 757
Qualitätsmanagement nach ISO 9001/2015

Betreff: [dbsv-direkt] Nr. 23-18 Sollen behinderte Menschen bei der Digitalisierung abgehängt werden?

Liebe Leserinnen und Leser,

der DBSV fordert massive Nachbesserungen am Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie für barrierefreie Webseiten und Apps. Lesen Sie dazu die folgende Pressemitteilung des DBSV:

Sollen behinderte Menschen bei der Digitalisierung abgehängt werden?

Berlin, 16. Mai 2018. Am Donnerstag findet im Bundestag die 1. Lesung zum "Entwurf des Gesetzes ... zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/2102 über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen vom 16.03.2018" (BR Drs. 86/18) statt. Der Artikel 3 des Gesetzes hat es in sich. "Es geht um die Frage, ob behinderte Menschen von der fortschreitenden Digitalisierung unserer Gesellschaft profitieren werden - oder ob sie chancenlos zurückbleiben, wenn dieser Megatrend weiter an Fahrt aufnimmt", sagt DBSV-Präsidentin Renate Reymann.

Dabei steckt der Teufel im Detail, wie in der Stellungnahme des DBSV deutlich wird (www.dbsv.org/stellungnahme/umsetzung-rl-2016-2102.html). Ob es um Ausnahmeklauseln oder Mechanismen zur Durchsetzung der Barrierefreiheit geht - der Gesetzentwurf nutzt systematisch den Spielraum der EU-Richtlinie, um die Verpflichtung zur Barrierefreiheit klein zu halten, während die möglichen Potentiale für echte Verbesserungen ungenutzt bleiben.

Für Renate Reymann ist der Entwurf Beweis für ein grundsätzliches Problem, sie fordert ein Umdenken: "Nicht nur Digitalisierung, auch Barrierefreiheit ist ein Querschnittsthema. Die Bundesregierung muss begreifen, dass die Digitalisierung in Deutschland nur dann zur Erfolgsstory werden kann, wenn die riesige Gruppe der behinderten Menschen nicht außen vor bleibt."

Der DBSV steht mit seiner Kritik an dem vorliegenden Entwurf nicht allein: Auch der Deutsche Behindertenrat, der mehr als 140 Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen repräsentiert, hat eine Pressemitteilung angekündigt,  in der vor drohenden Verschlechterungen gewarnt wird, verbunden mit der Forderung, das Umsetzungsgesetz zu ändern.

Die vollständige Stellungnahme des DBSV unter:

www.dbsv.org/stellungnahme/umsetzung-rl-2016-2102.html


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Der Newsletter "dbsv-direkt" ist der Online-Informationsservice des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV).

Redaktion:
Andreas Bethke (V.i.S.d.P.)
Irene Klein
Volker Lenk

Anschrift:
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) Rungestraße 19, 10179 Berlin
Tel.: (030) 28 53 87-0, Fax: (030) 28 53 87-200
E-Mail: mailto:info@dbsv.org
www.dbsv.org
Den Blinden- und Sehbehindertenverein in Ihrer Nähe erreichen Sie unter der Telefonnummer (01805) 666 456 (0,14 €/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42€/Min.)

Falls Sie diesen Newsletter über Dritte bezogen haben, ihn aber zukünftig direkt erhalten möchten, senden Sie bitte eine leere E-Mail ohne Betreff an:
mailto:join-dbsv-direkt@kbx.de

Von: BBSB-Inform [mailto:bbsb-inform-bounces@lists.bbsb.org] Im Auftrag von BBSB-Inform
Gesendet: Montag, 27. Juni 2016 14:53
An: bbsb-inform@lists.bbsb.org
Betreff: Apps für Sehbehinderte und Blinde: Lotsen für das Unsicht¬bare
Sehr geehrte Damen und Herren,
Das Internetportal www.test.de hat den nutzen von Apps für blinde und sehbehinderte Menschen getestet. Wenn sie nach dem Lesen dieses Artikels mehr Interesse an dieser Technik bekommen haben, wenden sie sich an ihre Bezirksgruppe. Überall werden regelmäßig Smartphonetreffs angeboten.
Die nächstgelegene Bezirksgruppe erreichen sie unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 0 18 05 - 666 456.
App lotst Blinde bis ans Ziel
Rechts ein Restaurant, schräg links die Bushaltestelle, in 30 Metern die Kreuzung Koenigs-allee/Fontanestraße. Manfred Scharbach sieht all das nicht
- aber er hört es. Ein Programm auf seinem iPhone, eine App, sagt es dem blinden Berliner, übermittelt durch einen Kopfhörer. Mit seinem weißen Stock erkundet er zusätzlich langsam-streichend das Terrain. Andere Hilfsmittel braucht er nicht. Die App lotst ihn zum Ziel.
Wichtigstes Kriterium: Barrierefreiheit
Sicher durch die Stadt schlendern, Gegenstände erkennen, Gedrucktes vorgelesen bekommen: Das und mehr verheißen Apps für sehbehinderte und blinde Menschen.
Ist auf die mobilen Computerprogramme Verlass? Erfreuliches Fazit des Tests:
Ja, viele erweisen sich tatsächlich als hilfreich. Wir haben zehn geprüft, die meist auf Smartphones mit den Betriebssystemen Android oder iOS laufen.
Wir achteten auf Vielseitigkeit, Transparenz und Datensendeverhalten.
Herzstück des Tests mit dem Löwenanteil der Bewertung war Barrierefreiheit, also Nutzerfreundlichkeit für Blinde und Sehbehinderte. Unter anderem erprobten je fünf Blinde und Sehbehinderte jede App, die für sie infrage kam. Im Test galt es, vorgegebene Aufgaben zu lösen.
Verkehrskegel erkannt
Beispiel TapTapSee: Die App dient dazu, Objekte zu erkennen, die der Nutzer mittels Smartphone-Kamera ablichtet. Unsere Probanden erprobten, eine Dose Cola und einen Verkehrskegel korrekt zu identifizieren. Das klappte in allen Fällen. Auch die anderen Apps im Test funktionierten. Manche fallen enorm positiv auf.
Mehr am Leben teilhaben
Apps haben meine Möglichkeiten enorm erweitert, sagt Manfred Scharbach. Er ist Geschäftsführer des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin und stieß vor allem berufsbedingt auf die neuen Möglichkeiten. Das Thema wurde bei uns in der Selbsthilfe immer wichtiger, sagt er. Vor etwa fünf Jahren habe ich mir das Geld ans Bein gebunden, ein iPhone gekauft - und lernte sehr schnell die Segnungen zu schätzen.
Apps oft praktischer als Navigations- oder Lesegeräte Manche Anwendungen ließen sich auch mit herkömmlichen Navigations- oder Lesegeräten abdecken.
Doch seien sie häufig sperrig und teuer - Smartphone-Apps hingegen oft gratis und praktischerweise auf einem Gerät vereint. Apps erhöhen die Teilhabe enorm, findet Heinz Mehrlich, selbst sehbehindert, begeisterter Smartphone-Nutzer und aktiv in der Selbsthilfe. Doch die Anforderungen an die Apps unterschieden sich, abhängig von der konkreten Einschränkung.
Vorhandenes Sehvermögen nutzen
Diverse Gründe können zu Sehbehinderung oder gar zur Erblindung führen, darunter Augenleiden wie grüner und grauer Star, Netzhautschäden infolge der Zuckerkrankheit Diabetes oder der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD).
(Dazu auch unsere Untersuchung Sehkraft erhalten, Makuladegeneration bekämpfen - was hilft?, test 2/2016.) Viele dieser Probleme mehren sich mit zunehmendem Alter. Im Zuge der demografischen Entwicklung könnte die Zahl Betroffener steigen. Derzeit leben laut Schätzungen etwa 200 000 Blinde und
1,2 bis 1,5 Millionen Sehbehinderte in Deutschland. Sehbehinderte haben ein Restsehvermögen und wollen das auch nutzen, sagt Mehrlich. Sie verwenden Smartphones oft ähnlich wie Normalsichtige - indem sie mit den visuellen Hilfen auf dem Display arbeiten.
Tipp: Hilfreich bei Sehbeeinträchtigungen sind ein großes Display, eine große Schrift und starke Kontraste.
Blinde brauchen die Sprachausgabe
Solche Maßnahmen nützen Blinden wenig. Sie sehen höchstens einen Bruchteil dessen, was ein Normalsichtiger erkennt. Die Sprachausgabe ist unabdingbar.
Die Funktion heißt bei iOS-Geräten von Apple VoiceOver bei Android-Handys zum Beispiel TalkBack. Sie ist bereits im Betriebssystem verankert und lässt sich ein- und abschalten. Sich damit vertraut zu machen, kostet Zeit, Geduld und Übung.
Die Sprachausgabe - beim iPhone heißt sie VoiceOver - liegt unter Bedienungshilfen. Diese finden sich unter den Einstellungen. Dort sind zudem Hilfen für Sehbehinderte wie Größerer Text oder Kontrast erhöhen. Auch Android-Geräte bieten entsprechende Einstellungen.
Die Stimme lotst durchs Menü
Manfred Scharbach hat inzwischen viel Erfahrung. Er holt sein iPhone aus der Tasche - für ihn nur eine glatte Platte ohne jegliches Sichtsignal. Um die Sprachausgabe zu demonstrieren, zieht er einen Finger über das Display, zügig und rhythmisch, immer wieder. Jedes Wischen führt zu einer neuen Funktion, die er angesagt bekommt: Nachrichten. Kalender. Kontakte. Es ertönen auch Instruktionen wie Zum Öffnen doppeltippen. Die Stimme klingt weiblich, etwas blechern, sie ist ziemlich schnell - wer sie nicht kennt, den kann sie durchaus stressen. Das gibt sich, grinst Scharbach.
App-Anbieter vergessen oft die Bedürfnisse von Sehbehinderten Er nutzt dank Sprachausgabe und der gleichfalls auf Smartphones vorhandenen Spracheingabe sogar Allerwelt-Apps, versendet Mails und SMS, wischt sich durch Fahrplaninfos, Nachichtenportale und den Wassersportwetterbericht. Er segelt gern. Mit sehenden Mitstreitern geht das. Allgemeine Apps helfen ihm nur, wenn Hersteller bei der Gestaltung die Anforderungen von Blinden und Sehbehinderten bedenken. Das passiert längst nicht immer.
Tipp: Viele Blinden- und Sehbehindertenvereine bieten Schulungen für Smartphone-Neueinsteiger an. Teils gibt es dort auch die Möglichkeit, herkömmliche Hilfsmittel wie Lupen oder Lesegeräte mit Apps zu vergleichen.
Eine App punktet besonders
Viele geprüfte Apps machen Nutzern die Bedienung leicht. Besonders positiv sticht die Texterkennungs-App KNFB Reader für 100 Euro heraus. Als Einzige im Test ist ihre Eignung durchweg hoch - für Blinde wie für Sehbehinderte, für iOS wie für Android. Die Apps zum Navigieren, zum Erkennen von Gegen-ständen und die Hörbuch-App Audible schneiden nur bei manchen Nutzergruppen oder Betriebs-systemen so gut ab.
Vier Apps mit kritischem Datensendeverhalten Bei der Android-Version von vier Apps bewerten wir das Datensendeverhalten als kritisch: bei Barcoo, KNFB Reader, Kuubus sowie Lupe + Licht. Sie übermitteln unnötigerweise eine Gerätekennung, die das Smartphone eindeutig identifiziert. Zwei dieser Apps bedienen einen US-amerikanischen Profi-Daten-sammler. Bei vier iOS-Apps - Audible, Barcoo, BlindSquare, TapTapSee - konnten wir den Datenverkehr nicht vollständig entschlüsseln.
iOS versus Android
Die geprüften Apps Audible und Barcoo eignen sich für Blinde auf dem iPhone besser, für Sehbehinderte auf Android-Geräten. Zwischen den Betriebssystemen gibt es Unterschiede, sagen Scharbach wie Mehr-lich: Android punkte bei Vergrößerungsfunktionen für Schrift, iOS bei der Sprachausgabe. Scharbach findet es zudem hilfreich, dass alle iPhones grundsätzlich gleich funktionieren. Unterschiede der Benutzeroberfläche je nach Hersteller wie bei Android gibt es nicht. Nur Apple stellt iPhones her. Allerdings haben sie ihren Preis. Scharbach möchte seine Anschaffung nicht missen - vor allem, wenn ich etwas regeln will oder auf mich gestellt bin. Oft jedoch nutzt er eine andere Hilfe, die für ihn das Sehen übernimmt, ihn in allen Lebenslagen stützt und jedes Smartphone in den Schatten stellt: seine Frau.
Ihr BBSB-Inform
BBSB-Inform wird Ihnen, wann immer Sie das wollen, am Telefon vorgelesen.
Sehr geehrte Damen und Herren,

Sebastian Eckardt, Referent elektronische Hilfsmittel für  sehbehinderte Menschen des BBSB informiert sie heute über eine Großschrifttastatur für Apple Geräte

Bei Android-geräten ist es bereits seit längerem möglich, auf eine andere Tastatur zu wechseln. Nun gibt es diese Möglichkeit auch bei Geräten von Apple.
INCOBS hat eine Tastatur getestet und die Vor- und Nachteile im nachfolgenden Artikel veröffentlicht.

Viskey - eine iOS-Großschrift-Tastatur
Viskey (€ 4,99) ist eine virtuelle Großschrift-Tastatur für Apples iOS-Betriebssystem (nutzbar ab Version iOS 8), die die Eingabe für sehbehinderte Nutzer leichter macht.
Bei Android konnten Nutzer schon länger statt der Standard-Tastatur für sie geeignetere Tastaturen einsetzen. Bei Apple ist das erst seit Systemversion iOS 8 möglich.
Apples Standard-Tastatur bietet auf einem iPhone 6 plus eine Schriftgröße von lediglich 10 Punkten - viel zu klein für sehbehinderte Menschen. Viskey zeigt, wie viel mehr in Sachen Schriftgröße drin ist. Statt 10 Punkte sind die Buchstaben der Tasten immerhin 18 Punkte groß und werden weiß auf schwarzem Hintergrund angezeigt - vergleiche Abb. 1.

Eine Alternative zur systemeigenen Zoomfunktion Zwar vergrößert die systemeigene Zoomfunktion bei iOS die Tastatur standardmäßig mit, aber die Notwendigkeit, dann während des Schreibens  den Ausschnitt hin- und herzuschieben, um alle Buchstaben zu erreichen, macht die Eingabe sehr mühsam und ist nur als Notlösung zu betrachten.
(Deshalb empfiehlt sich eher die Einstellung, dass die Tastatur beim Hineinzoomen nicht mitvergrößert wird - zu finden unter Einstellungen > Allgemein > Bedienungshilfen > Zoom > Fokus folgen > Intelligente Eingabe.)

Aktivierung von Viskey
Ist die Viskey-Tastatur heruntergeladen, kann man sie auswählen, indem man das kleine Globus-Icon links unten in der Tastatur hält, bis ein Pop-up-Menü zur Auswahl anderer installierter Tastaturen erscheint. Auch wiederholtes Tippen auf das Globus-Icon wechselt zur Viskey-Tastatur. Eine Schwierigkeit, für die Viskey nichts kann: Wer bei aktivierter Viskey-Tastatur zufällig das Globus-Icon berührt, was leicht passieren kann, landet augenblicklich in der nächsten Tastatur. Der leichte Wechsel zwischen Tastaturen, der z.B. bei Eingaben in mehreren Sprachen ein Vorteil sein kann, ist hier eher nachteilig.

Hervorhebung der aktiven Taste
Ähnlich wie die Standard-Tastatur zeigt auch Viskey die Taste unter dem Finger vergrößert in einem Pop-up-Fenster an - und zwar richtig groß mit ca. 55 Punkten. Unser Typometer reichte nicht aus, die Größe exakt zu messen (vergl. Abb. 2).

Die Ausgabe-Zeile
Ein weiteres Merkmal von Viskey: Der geschriebene Text wird nicht nur im Eingabebereich der jeweiligen App, sondern auch in einer Ausgabe-Zeile oberhalb der Tasten in einer Größe von ca. 44 Punkt angezeigt. Die grauen Pfeile links und rechts von dieser Zeile bewegen den Cursor zeichenweise nach links bzw. rechts. So kann der Cursor präzise positioniert werden. Das Blau des Cursors könnte allerdings kontrastreicher sein: Der Kontrast zum schwarzen Hintergrund beträgt nur 3,83:1. Nach BITV bzw. WCAG wäre ein Wert von 4,5:1 oder besser erforderlich. Der Kontrast der grauen Pfeile zum Bewegen des Cursors ist mit 2,06:1 noch geringer.
Vertikal nimmt die Viskey-Tastatur mehr Platz weg als die Standard-Tastatur, vor allem durch die genannte Zeile, die die Eingabe in großer Schrift anzeigt. Die Textvorschläge der Standard-Tastatur entfallen dafür. Die Höhe der Tastatur macht sich besonders im Querformat bemerkbar - hier bleibt nur eine relativ kleine Nutzfläche übrig (vergl. Abb. 3).

Einstellungen
Wer die Viskey-App auf dem Startbildschirm aufruft, gelangt zu einer Reihe von Einstellungen. Unter "Aussehen und Verhalten anpassen" lässt sich die Größe der Schrift in der Ausgabezeile und damit auch die Anzahl der gleichzeitig sichtbaren Buchstaben einstellen. Außerdem ruft Horizontal-Wischen verschiedene Farbschemata für die Leiste von Bedienelementen unterhalb der Buchstaben auf – einige davon kontrastreicher als die Standard-Einstellung.
Unter dem Menüpunkt "Einstellungen" gibt es außerdem noch folgende Möglichkeiten:
Zeichen sprechen
Wörter sprechen
Schwarzer Text auf weiß
Automatische Großschreibung
Punkt durch zweimaliges Drücken
Kurzbefehle verwenden (damit sind Ein-Finger- und Zwei-Finger-Wischgesten gemeint, etwa zum Löschen von Buchstaben und Wörtern, zum Einfügen von Leerzeichen oder von neuen Zeilen).
Rechtschreibung mit verschiedenen Optionen Benutzerwörterbuch (hier können eigene Einträge zur Anpassung der Rechtschreibprüfung gemacht werden) Einige Optionen sind leider bei vergrößertem Text nicht voll lesbar – man muss die Systemschriftgröße kleinstellen, um zu lesen, was gemeint ist.

Verbesserungsmöglichkeiten
Ein Problem ist, dass zurzeit die Tastatur nach dem Aktivieren von "Wörter sprechen" nach kürzester Zeit abstürzt (iPhone 6S plus, iOS 9.0.2) - die Standard-Tastatur ist nun stattdessen sichtbar.
Auch bei anderen Einstellungen wie "Rechtschreibfehler markieren" kommt es zu baldigem automatischen Schließen der Tastatur.
Sinnvoll wäre eine Einstellbarkeit der Cursor-Farbe und -Dicke in der Ausgabezeile (die Pfeile sind durch ihre feste Position weniger ein Problem).
Die Optionen in den Einstellungen sollten auch bei Einstellung großer Systemschrift voll lesbar sein und nicht abgeschnitten werden.
Eine dynamische Umstellbarkeit auf eine andere Sprache, wie sie im Menüeintrag "Keyboard - Viskey mehrsprachig" angedeutet scheint und von Apples Standard-Tastatur geboten wird, konnten wir nicht entdecken. Das Layout der Viskey-Tastatur folgt einfach der jeweils eingestellten Systemsprache.

Fazit
Die Viskey-Tastatur hat viel größere und besser lesbare Tasten als die Apple-Standard-Tastatur. Sie erleichtert sehbehinderten Nutzern damit wesentlich die Eingabe von Text. Auf die Darstellung von Groß- und Kleinbuchstaben sowie die Anzeige von Eingabe-Vorschlägen müssen Nutzer dafür verzichten.

Quelle: http://www.incobs.de/tests/items/viskey.html

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